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Projekt: Sicherheitsberater für Senioren Teil 1

Beschreibung
Kriminalitätsfurcht ist ein unter Senioren weit verbreitetes Phänomen. Kein Wunder, resultiert sie doch unter anderem aus allgemeinen Lebensängsten (bei Senioren z. B. vor Krankheit, Tod, Alleinsein etc.) Lebensqualität (viele Ältere leiden unter sinkender Mobilität und Isolation), Verwundbarkeit (im Alter sinkt die Fähigkeit sich zu schützen insbesondere durch die körperlich schlechtere Konstitution) und der überzogenen Berichterstattung der Medien.

 

Obwohl Senioren objektiv nur selten Opfer einer Straftat werden (laut Polizeistatistik 1997 nur 6,2% - bei einem Bevölkerungsanteil von 23,4%), ist die Angst hiervor größer als bei allen anderen Bevölkerungsgruppen. Was wiederum einen Teufelskreis in Gang setzt. Denn Angst führt oftmals zu Rückzug. Und zurückgezogen lebende Menschen sind für Verbrecher eine besonders interessante Zielgruppe.

 

Die Polizeidirektion des Wetteraukreises in Hessen hatte deshalb im Jahre 1994 eine tolle Idee. Man beschloss, interessierte und aktive Senioren für die ehrenamtliche Tätigkeit des Sicherheitsberaters für Senioren (SfS) zu gewinnen. Dem Projekt lag die oben bereits geschilderte Beobachtung zugrunde, dass Angst einsam macht. Gleichzeitig wusste man aus Erfahrung, wie Ängste gelöscht werden können: nämlich durch Vertrauen und Wissen. Dieses Vertrauen in die Polizei und das Wissen um die objektive Kriminalitätssituation sowie die Möglichkeiten zur Vorbeugung und zum Selbstschutz sollten die SfS vermitteln. Was durch die auf Bundesebene ausgezeichnete Aktion auch in eindrucksvoller Weise gelang

Zudem beobachtete man eine Reihe "angenehmer" Nebeneffekte".

 

Die ausgebildeten Senioren sind vor Ort ansprechbar und größtenteils in ihrem Umfeld bekannt. Im Vergleich mit der Polizei gibt es Ihnen gegenüber eine geringere Hemmschwelle. Die SfS geben eine Vielzahl nützlicher Tipps für die Präventionsarbeit der Polizei. Und sie finden eine sinn bringende ehrenamtliche Tätigkeit in der "Phase nach Beruf und Familie".

Aufgaben und Funktionen von SfS in der Praxis sind:

  • Ältere Menschen über Kriminalität und Gefahren aufklären und dadurch Ängste nehmen (Bsp.: nur einmal in der Woche wird in unserem Kreis bei einem Senior eingebrochen)

  • Praktische Ratschläge und bewährte Hilfen geben (Bsp.: Erneuern Sie Ihr Klingelschild, damit der Ganove nicht aus Handschrift, Einzelnamen und vergilbtem Schild schließen kann, dass Sie eine allein stehende ältere Person sind

  • Vernünftige und bezahlbare Sicherungen empfehlen und zeigen(Bsp.: Kastenriegelschloss, auch als Weihnachtsgeschenk zu empfehlen)

SfS sollten hauptsächlich in Seniorenkreisen und Altenclubs vorstellig werden, aber auch in der Nachbarschaft Gespräche führen. Sie werden von den Bezirksbeamten der örtlichen Polizeidienststellen und der Beratungsstelle des Polizeipräsidiums begleitet und fortgebildet. Sie stellen keine Konkurrenz zu anderen Institutionen dar.

Zielgruppen

Senioren im Rhein-Lahn-Kreis. Einerseits Menschen, die im 3. Lebensabschnitt noch eine sinnvolle Aufgabe suchen. Andererseits insbesondere allein stehende ältere Menschen, die von den Beratungsangeboten der Polizei nicht oder nicht ausreichend erreicht werden. 

Kooperationspartner

Polizeipräsidium Koblenz, Kriminaldirektion - K15, und örtliche Polizeidienststellen.  

Weitere Infos

Erfahrungsaustausch

Kriminalität an der Haus, Kaffeefahrten, Gewinnmitteilungen, Enkeltrick und mehr waren Themen, über die Gabi Theis und Jürgen Quirnbach von der Polizeilichen Kriminalprävention des Koblenzer Polizeipräsidiums auf Einladung vor den ausgebildeten Senioren-Sicherheitsberatern referierte. Senioren sind leichte Opfer, das machte Quirnbach gleich zu Beginn klar. Bundesweit würden bis zwei Millionen alte Menschen abends ins Bett gehen, ohne mit jemanden gesprochen zu haben. Für Trickbetriebe ideal, lassen sich die alte Menschen doch gern in ein Gespräch verwickeln. Die Täter bringen viel Fantasie auf: Sie bitten um ein Glas Wasser, möchten für die Nachbarn eine Nachricht hinterlassen und fragen nach Stift und Notizblock, möchten die Toilette aufsuchen oder  das Baby schnell wickeln – alles Vorwände, um sich Zugang zur Wohnung zu verschaffen. Ganz Gewiefte geben sich gar als Mitarbeiter der LVA oder BFA aus und fordern angeblich zuviel gezahlte Rente an der Haustür zurück. Doch „Rentenangelegenheiten“ sind immer bargeldlos. Es kommt keiner an die Haustür, stellt Quirnbach klar.

 

Die Kriminalbeamten hätten noch viele Stunden mit ähnlichen Fragen füllen können. Die Sicherheitsberater jedenfalls hörten sehr interessiert zu und waren sich einig, den einen oder anderen Tipp der Fachleute an die Senioren weiterzugeben.

Seit 11 Jahren bringen die Senioren-Sicherheitsberater im Rhein-Lahn-Kreis Sicherheit zu den Senioren. Sie sind als Multiplikatoren nicht mehr wegzudenken.

 

Sie engagieren sich in Vorträgen oder Einzelgesprächen, informieren sich und bleiben stets auf dem neuesten Stand, denn die Sicherheitsberater sind Dank der ständigen Fortbildungsveranstaltungen des Kommissariats 15 oder externen Referenten immer bestens im Bilde und können ihr Ehrenamt fachkundig ausüben.

Die mittlerweile 30 ausgebildeten Sicherheitsberater beraten u. a. zu diesen Themen: Sicherheit an der Haustür, Verbraucherschutz für ältere Menschen. Wie schützen Sie sich im Alter, Kaffeefahrten, Gewinnmitteilungen, Enkeltrick, Sicherheitsmerkmale Euro (Banknoten und Münzen), Kostenfalle „Handy“ oder Wertsachenkennzeichnung.

 

Wer in Ihrer Nähe als Sicherheitsberater zur Verfügung steht, erfahren Sie beim Seniorenbüro „Die Brücke“, Uschi Rustler, Telefon: 02603/972-336,
E-Mail:
uschi.rustler@rhein-lahn.rlp.de., Internet: www.rhein-lahn-bruecke.de.

Beim nächsten Erfahrungsaustausch der Senioren-Sicherheitsberater im Juli wird „Medienkompetenz“ Thema sein.

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